Kommando Spezialkräfte
Deutschlands militärische Spezialeinheit
Die Ausbildung zum Kommandosoldaten ist wohl eine der schwierigsten und langwierigsten
überhaupt. Dies ergibt sich aus den hohen Ansprüchen, die an die künftigen Kommandosoldaten gestellt
werden. Von diesen wird höchste Professionalität, hohes Verantwortungsbewusstsein, mentale Stärke,
Teamfähigkeit und ausgezeichnete körperliche Fitness gefordert. Aufgrund dieser Anforderungen gibt es
ein gründliches und qualifiziertes Auswahlverfahren, welches speziell auf diese Anforderungen ausgerichtet ist.
Ein jeder der dieses Auswahlverfahren, dessen Anforderungen weit über dem der normalen Truppenteile liegt,
besteht, gehört in gewissen Sinne schon zu einer Elite.
Der Weg zum Kommandosoldaten steht Bewerbern aus allen Truppengattungen offen, die die Ausbildung zum Unteroffizier,
Offizier abgeschlossen haben. Das Höchstalter der Bewerber ist für Offiziere bei 30 und für Unteroffiziere mit Portepee bei 32, bzw. ohne Portepee bei 28
Lebensjahren festgelegt. Die Mindestdienstzeit liegt aufgrund der aufwendigen und langen Ausbildung bei 6 Jahren, somit
ist es also nur Berufssoldaten oder Zeitsoldaten, die sich für einen längeren Zeitraum verpflichtet haben, möglich
beim KSK aufgenommen zu werden.
Weitere Vorrausetzungen sind die uneingeschränkte Springertauglichkeit, sowie Wille und Entschlossenheit
zum Fallschirmsprung, ebenso die uneingeschränkte Verwendungsfähigkeit für den Auslandsdienst. Des weiteren wird die
Verwendungsfähigkeit "Überleben und Durchschlagen" vorrausgesetzt. Dazu gehört der erfolgreiche Abschluss der
Einzelkämpferlehrgänge (EKL) I und II, die im Laufe der Ausbildung zum Offizier/ Unteroffizier durchgeführt werden.
Das Auswahlverfahren, welches die hohen Anforderungen sicherstellt, ist in mehrere Teile eingeteilt. Bei jedem dieser Abschnitte
wird der Bewerber ständig von erfahrenen Offizieren oder Unteroffizieren, die in der einsatzorientierten Personenauswahl besonders geschult
sind, begleitet und genau beobachtet. Weiter werden die Bewerber von einem Truppenpsychologen begleitet, der die psychologische Belastbarkeit
der Bewerber feststellt.
Zunächst muss sich der
Bewerber einem computerunterstützten Eingnungstest stellen, bei dem seine psychische und mentale Eignung überprüft wird.
Wenn er diesen erfolgreich bestanden hat, folgt ein zehntägiges hartes körperliches Eignungsfeststellungsverfahren, bei
dem der Bewerber auf Herz und Nieren überprüft wird. Dieses besteht zu einem aus den üblichen körperlichen Tests, die unter Aufsicht
von Ärzten durchgeführt werden, zu anderem aus praxisorientierten Durchschlageübungen. Höhepunkt dieser Übungen ist die 90-stündige
Belastungsübung, die wie die anderen Übungen im Schwarzwald durchgeführt wird. Zweck dieser Übung ist es den Bewerber unter Einsatzbedingungen zu
testen. Dabei haben die Bewerber besonders unter Schlafentzug (max. 3h Schlaf pro Tag) und Nahrungsmangel zu leiden. Des weiteren besteht diese
Übung aus einem besonders belastenden Ausdauer- und Überlebenstraining. Dabei müssen sie sich unter anderem mit voller Einsatzausrüstung aus
Steilwänden abseilen sowie Eilmärsche durch schwierigstes Gelände, schnelle Aufstiege von mehreren hundert Metern, Krankentransporte mit Baren
und Lastentransporte hinter sich bringen.
Anwerber die die Aufnahmeprüfung überstanden haben und somit für den weiteren Dienst beim KSK geeignet sind, erwartet eine mit drei Jahren sehr
langfristige Ausbildung die in drei Phasen gegliedert ist:
- Basisausbildung Teil 1: Zu diesem Teil gehört unter anderen das Auswahlverfahren, außerdem werden den Anwerbern erste allgemeine Fähigkeiten vermittelt.
Dieser drei Monate dauernde Teil ist zwingende Voraussetzung für eine Versetzung zum KSK.
- Basisausbildung Teil 2: In dieser neun Monate dauernden Ausbildungsphase werden weitere spezifischere Grundlagen vermittelt. Nach Bestehen der Basisausbildung wird der Soldat
in eine Kommandokompanie versetzt.
- Teamausbildung: Dieser Teil der Ausbildung findet innerhalb der Kommandokompanien statt. Schwerpunkt ist die Ausbildung auf Trupp-, Zug- und Kompanieebene unter Vermittlung
von Spezialkenntnissen.
Innerhalb der Ausbildung zum Kommandosoldaten wird der Auszubildende häufig zwischen den verschiedenen Ausbildungsstätten wie Truppenschule des Heeres, KSK Ausbildungszentrum und den Übungsplätzen
verlegt. Im Laufe der Ausbildungszeit erlernt der Kommandosoldat sein Handwerkszeug gründlichst, so gehören neben einer gründlichen Schießausbildung auch Freifallspringen, Nahkampfausbildung und darüber hinaus viele
andere grundlegende Sachen. Der Anteil an Kampfausbildung/Einzelkämpferausbildung beträgt etwa 30%. Der Kommandosoldat hat seine Ausbildung nach etwa drei Jahren abgeschlossen und ist damit voll einsatzbereit.
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