MBB (Eurocopter)
Bo105
Avionik
Alle militärischen Modelle zeichnen sich durch eine umfangreiche Funkausrüstung in den Wellenbereichen UHF und HF aus. Die
Antennen sind in den senkrechten Stabilisierungsflossen am Höhenleitwerk installiert. Im Angebot steht auch die Installation
eines Funkkompasses, erkennbar an einer kleinen Kuppel an der Unterseite des Heckauslegers, Blattantennen auf dem Kabinendach,
ein Wetterradar und ähnliche Ausrüstung. Zusätzlich können Zielsysteme, wie das APX397 für HOT, für die bewaffneten Versionen
über dem Kabinendach des CPG installiert werden. Weitere Besonderheiten installierten die Betreibernationen, um die Maschinen
den eigenen Anforderungen anzupassen. So fügte man den schwedischen Maschinen ein Saab-Helios-Visier mit Pilkington-Optik, ein
FLIR (Forward Looking InfraRed) und einen Laser-Empfänger/E-Messer hinzu. Die neusten Versionen können auch mit einem
Laserzielmarkierer ausgerüstet werden, um Flugkörper wie die AGM-114 Hellfire einsetzen zu können. Auch der Einsatz von
Düppelwerfern ist möglich, wurde jedoch kaum wahrgenommen, während einige Muster mit Radarwarnempfängern, wie den AN/APR-39,
ausgestattet wurden.
Bewaffnung
Die meisten Versionen werden als Aufklärer und Verbindungshubschrauber eingesetzt. Nichts desto trotz existieren bewaffnete
Version. Die Panzerabwehrversionen erscheinen dabei eher als Notlösungen, da das Flugwerk nicht von vornherein auf diese
Aufgabe ausgelegt wurde. Seine Überlebensfähigkeit auf dem Schlachtfeld soll die bewaffnete Version hauptsächlich aus ihrer
Wendigkeit, geringen Größe und unter der Verwendung von Hinterhalten und extremen Tiefflug-Taktiken beziehen.
Entscheidend sind dabei der bundesdeutsche PAH-1 (Beschreibung weiter unten) und der schwedische HKP-9A. Als Panzerabwehrwaffen
können HOT bzw. HOT2 oder TOW mit den jeweiligen Visiereinrichtungen eingesetzt werden. Des Weiteren können an jeweils einem
Haltepunkt fünfzehn SURA 81mm Raketen, diverse Kanonenbehälter und MGs oder andere kleinkalibrige, ungelenkte Raketen eingesetzt
werden. Die Befestigungspunkte werden durch jeweils zwei Träger aus Leichtmetall an den Rumpfseiten auf Höhe der Schiebetüren
befestigt. Diese Konfiguration trägt den Namen MPDS (Multi Purpose Delivery System). Die spanischen FAMET haben ihre HR.15
grundsätzlich mit einer 20mm Rheinmetall Rh-202 unter dem Rumpf ausgerüstet. Zusätzlich entwickelte Eurocopter einen Rüstsatz zur
Integration der AGM-114 Hellfire mit dem entsprechenden Laserdesignator und Optik auf dem Kabinendach.
Bo105M (VBH)
Der Bo105M ist im Grunde ein ziviler Bo105CB, allerdings wurde das Getriebe leistungsgesteigert und der Heckrotor durch einen
schubstärkeren ersetzt. Zusätzlich ergänzte man noch Tiefflugnavigationshilfen. Der Bo105M ersetzte die Alouette II als
erbindungshubschrauber bei den Heeresfliegern. Bis jetzt wurde noch kein Nachfolgermodell ausgewählt, so dass nach der Ausmusterung
der 40 noch verbliebenen Bo105M im Jahr 2004 nach jetziger Planung 145 Bo105P, auf den VBH-Stand abgerüstet, an deren Stelle treten
sollen. Die Flugwerke der Bo105P weisen eine niedrigere Flugstundenbelastung auf, so dass man sich zu dieser kostengünstigen Abrüstung entschloss.
Der VBH wurde bei der Bundeswehr bei den Stabsstaffeln der Heeresflieger Kommandos 2 in Laupheim und 3 in Mendig, bei den
eeresfliegerstaffeln 4 in Mitterhardthausen, 8 in Landsberg, 10 in Neuhausen ob Eck (bis hier alle aufgelöst), in den
Heeresfliegerregimentern 6 in Itzehoe, 15 in Rheine-Bentlage, 16 in Celle, 25 in Laupheim, 26 in Roth, 35 in Mendig, 36 in
Fritzlar und in der Heeresflieger Verbindungs- und Aufklärungsstaffel 400 in Cottbus eingesetzt. Als Kennzeichnungen tragen die
Maschinen die Abfolge 80+01 bis 81+00.
Technische Daten:
| Bezeichnung: |
Bo105M (VBH) |
| Typ: |
Verbindungs- und Beobachtungshubschrauber
|
| Hersteller: |
MBB (Eurocopter) |
Baujahr (in Serie)::
|
1979 - ? |
| Besatzung:: |
2, notfalls 1 |
| Antrieb: |
zwei Allison 250-C20B |
| Leistung: |
je 309 kW (420 WPS) |
| Höchstgeschwindigkeit (VNE): |
270 km/h |
| Marschgeschwindigkeit: |
242 km/h |
max. Steigrate auf NN (IRP, bei durch- schnittlichen Wetterbedingungen):
|
8 m/s |
| Dienstgipfelhöhe: |
5182 m |
| Schwebeflug-Gipfelhöhe mit Bodeneffekt: |
2560 m |
| Schwebeflug-Gipfelhöhe ohne Bodeneffekt: |
1615 m |
| Kraftstoffvorrat: |
570 Liter |
| Einsatzradius mit Innentanks:: |
575 km |
Einsatzradius mit Hilfstanks (von BW nicht beschafft):
|
961 km |
| max. Einsatzdauer interne Tanks: |
3 h 30 min |
| Gewicht: |
Leergewicht: 1.276 kg
maximales Startgewicht: 2.300 kg |
| Länge: |
8,56 m (Rumpflänge) 11,86 (Länge über Rotor) |
| Höhe: |
3,02 m |
| Rumpfbreite (ohne Flügelspitzenwaffenträger):: |
1,58 m |
| Hauptrotordurchmesser: |
9,84 m |
| Hecktrotordurchmesser: |
1,90 m |
PAH-1 / PAH-1A1 (Bo105P)
Die Lehren aus dem Vietnamkrieg machten auch vor der Bundeswehr nicht halt. Zusammen mit der akuten Bedrohung durch die
zahlenmäßig weit überlegenen Panzerarmeen des Warschauer Paktes wuchs die Forderung nach einem Panzerabwehrhubschrauber. Zusammen
mit den italienischen Heeresfliegern wollte man einen reinrassigen Kampfhubschrauber im Stile der Bell AH-1 Cobra mit
Tandemanordnung der Flugcrew schaffen. Zu diesem Zweck arbeiteten Augusta und MBB zusammen an dem Projekt A-MBB115, welcher das
Rotorsystem des Bo105 erhalten sollte. Das Projekt scheiterte 1975 an den unterschiedlichen Anforderungen der beiden Auftraggeber,
so dass sich MBB zu einer bewaffneten Version des Bo105 entschloss, während Augusta den A109A-TOW entwickelte. Letzter bekam als
Hauptbewaffnung, wie der Name schon sagt, die amerikanische TOW. Die Leistungssteigerung der dynamischen Komponenten sowie der
Navigationsinstrumente wurde vom Bo105M übernommen. Hinzu kam noch eine automatische Seitensteuerung zum Zielanflug und ein
Singer-ASN-129 Dopplerradar.
Als Hauptbewaffnung entschied man sich für die deutsch-französische HOT, von der auf jeder Seite drei Stück auf horizontal angeordneten
Startschienen mitgeführt werden können. Durch Stellgeräte kann die Ausrichtung der Startröhren auf der Y-Achse verändert werden.
Die gesamte Elektronikausrüstung zur Flugkörperkontrolle, Ortung und ähnlichen befindet sich im hinteren Hauptkabinenbereich.
Als Visiereinrichtung findet das kreiselstabilisierte APX M397 von SFIM Verwendung, welches direkt auf dem Kabinendach über dem
CPG (Kommandant des Hubschraubers) montiert ist. Der CPG blickt durch ein Relais-Linsensystem über mehrere Umleitungen durch diese
Optik (3,2fache und 10,8fache Vergrößerung) und steuert die Panzerabwehrwaffe manuell über Steuerinstrumente in einer ausklappbaren
Armlehne in der Mitte des Cockpits ins Ziel. Die Optik ist mit einem Infrarotortungsgerät gekoppelt, mit dessen Hilfe die
Abweichungen der HOT in Relation zur Verbindungslinie zwischen Hubschrauber und Ziel gemessen werden kann. Eine Bordkanone wird
nicht mitgeführt.
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