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Merkava I-IV

Standardpanzer der Israelischen Streitkräfte

Allgemeines

Der neuste Sprößlinge der israelischen Kampfpanzerfamilie - Der Merkava Mk-4. Vorgestellt 2002. Gerade in letzter Zeit bekommt man den Merkava Kampfpanzer in seinen verschiedenen Ausführungen wieder oft in den Nachrichten zu sehen. Dies kommt durch die Tatsache zustande, dass die israelisch-palästinensischen Konflikte in einer teils unbekannten Heftigkeit neu ausgebrochen sind, und andererseits weil der Merkava Kampfpanzer seit langem der Standardkampfpanzer der IDF (Israel Defense Forces) ist. Bei der Merkava Familie handelt es sich um eine Eigenentwicklung der israelischen Streitkräfte, die einen Kampfpanzer entwickeln wollten der speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Wegen dieser Spezialisierung auf israelische Bedürfnisse lässt sich der Merkava oftmals schlecht mit anderen Kampfpanzern vergleichen. Doch mit der ständigen Weiterentwicklung des Merkavas hat sich dieser immer weiter dem internationalen Standard genähert und gehört auf seinem Einsatzgebiet zu einer Art Referenz.

Entwicklung

Die Anfänge der Auseinandersetzungen zwischen Israel und seinen Nachbarstaaten waren von Infanterieoperationen bestimmt. Während des Unabhängigkeitskrieges Ende der 40er Jahre gab es auf israelischer Seite gerade mal 15 Kampfpanzer. Aber auch die Araber hatten mit ca. 45 Panzern kaum mehr aufzubieten. Die Einsatztaktiken änderten sich erst Mitte der 50 Jahre als die mobilen Kampfpanzer zunehmend die Schlachtfelder beherrschten. So hat Israel während des Suez-Krieges 1956 schon knapp 200 Kampfpanzer gegen 150 ägyptische Panzer aufbieten können.
In den weiteren Konflikten wurden auf beiden Seiten immer mehr Panzer eingesetzt. Während des Sechs-Tage-Krieges waren insgesamt etwa 3000 Panzer im Einsatz. Der Kampfpanzer wurde immer mehr zu einem entscheidenden Faktor in den Auseinandersetzungen. Das war allen beteiligten Parteien bewusst. Im Gegensatz zu den arabischen Staaten, wie Ägypten und Syrien, die kaum Probleme bei der Beschaffung neuer Panzertechnologien hatten, bekam Israel allerdings nicht die Gelegenheit die gewünschten Technologien zu importieren. Statt dessen war Israel auf den Import älterer Panzer angewiesen. Zu diesen Importen gehörten Shermanpanzer aus dem II. Weltkrieg, britische Chieftains aus der Nachkriegszeit, erbeuteter Panzer (T-54, T-55, T-62), französischer AMX-13 und amerikanischer M48, von denen ca. 40 (von insgesamt 250) aus Deutschland stammten.
Um die Kampffähigkeit dieser "bunten Mischung" zu erhalten, war es nötig umfangreiche Kampfwertsteigerungen durchzuführen. Es wurden Kanonen, Motoren, Elektronik und weitere Bauteile aufgewertet oder ausgetauscht um die Panzer konkurrenzfähig zu erhalten. Auch im Bereich der modularen Zusatzpanzerung wurde viel getan um die Überlebensfähigkeit der Panzer weiter zu steigern. Noch heute ist Israel führend im Kampfwertsteigern von älteren Waffensystemen dieser Art.
Merkava Mk-1 Panzer bei der Fertigung 1966 begann Israel sich an der Entwicklung des Chieftain Panzers in England zu beteiligen. Grund dafür war der Geldmangel der Briten, die zur Vollendung dieses Projekts Investoren benötigten. Israel erhoffte so relativ schnell und günstig an einen modernen Kampfpanzer zu kommen, schließlich wollte man mehrere hundert Exemplare erwerben und außerdem, mit Hilfe der Briten, eine eigene Produktionsstätte im Lande aufbauen. Nicht gerechnet hatte man mit dem Widerstand der erbosten arabischen Nationen nach dem Sechs-Tage-Krieg 1967. England wurde konsequent mit Boykotten gedroht, falls es weiter mit Israel zusammenarbeite. Durch diesen Widerstand kam die Zusammenarbeit 1969 zu erliegen. Obwohl dies gerne von offizieller Seite widerlegt wird, dürften die Erfahrungen dieser Zeit mit in die Entwicklung des Merkavas eingeflossen sein.
Nach diversen Machbarkeitsstudien entschied man sich bereits Anfang der 70er Jahre für eine Eigenentwicklung, die dann unter der Leitung Major Generals Yisrael 'Talik' Tal. Hohe Verluste während des Yom-Kippur-Krieges 1973 und die damit verbundene Abhängigkeit von ausländischem Nachschub führten den israelischen Streitkräften ein weiteres Mal die Notwendigkeit dieser Entwicklung vor Auge.
Hauptaugenmerk bei dieser Entwicklung lag auf der Überlebensfähigkeit der Besatzung. Zur Not sollte zum Erreichen dieses Ziels die Mobilität als auch die Feuerkraft eingeschränkt werden. Wiederholt nahm Tal ausländische Panzer wie den deutschen Leopard und französischen AMX-30 unter die Lupe. Dennoch wich man leicht vom üblichen Schema ab, man wollte den Panzer bestmöglich an die Bedingungen im eigenen Land anpassen. Der Panzer sollte genauso gut für bergiges, steiniges Terrain geeignet sein wie auch für die weitläufigen Wüsten im Westen.

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