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Wiesel 1

Rheinmetall

Allgemeines

Wiesel 1 TOW bei der der Übung Cooperative Adventure Exchange '98 © BMLV.gv.at Der erste Eindruck den der geradezu unscheinbare Waffenträger Wiesel 1 hinterlässt täuscht gewaltig. Beim Wiesel 1 handelt es sich um ein hochmobiles, kampfstarkes, leicht gepanzertes und luftverladbares Waffensystem. Dank seiner modularen Auslegung kann der Wiesel unterschiedlichste Rollen wahrnehmen. Der Wiesel kann wichtige Sicherungsaufgaben an Kontrollpunkten oder andere Überwachungsaufgaben an Geländeabschnitten oder Objekten übernehmen. Außerdem eignet er sich dank seiner Mobilität für Patrouillen oder als Geleitschutz für Konvois. Dies sind Aufgaben die der Wiesel 1 bevorzugt im Rahmen von friedenerhaltenden Einsätzen übernimmt. Er kann mit seiner Maschinenkanone oder Panzerabwehrkapazitäten aber auch direkt ins Kampfgeschehen eingreifen. In einem solchen Fall ist es seine Aufgabe die Infanterie bei ihrem Vorgehen zu unterstützen. Dieses Konzept eines leicht gepanzerten Vollkettenfahrzeuges hat sich als richtig erwiesen, was auch die Entwicklung des Nachfolgers Wiesel 2 untermauert.

Entwicklung

Die Idee für ein Fahrzeug welches Luftlandetruppen bei ihren Operationen unterstützen gab es schon vor der Entwicklung des später Wiesel 1 genannten Fahrzeugs. Diese Idee sah ein leichten luftverladbaren Waffenträger mit einer auf das Einsatzgebiet zugeschnittenen Bewaffnung (Maschinengewehr, rückstoßfreie Geschütze oder ähnliches) vor. Die Umsetzung dieser Idee erfolgte durch die Firma Faun mit dem Lkw 0,75 t gl KRAKA dessen Entwicklung 1962 begann. Größtes Manko dieses Waffenträgers war aber das fehlende Schutzpotential da er über keine Panzerung verfügte.

Wiesel 1 MK bei der der Übung Cooperative Adventure Exchange '98 © BMLV.gv.at Aus diesem Grund wurden bereits Ende 1969 erste Überlegungen für einen möglichen Ersatz angestellt und erste Vorstellungen formuliert. Auf diesen basierend entwickelte die Firma Porsche einige Entwürfe und führte Machbarkeitsstudien durch. Ergebnis dieser Arbeit wäre ein relativ schweres Kettenfahrzeug von ca. 6 - 7 t gewesen. Da dies nicht mit der geforderten hohen Lufttransportfähigkeit vereinbar war, wurden die Anforderungen verändert. Die Gewichtsklasse wurde erheblich reduziert, sodass der Wiesel auch durch den CH-53G Hubschrauber transportiert werden und mit dem Lastenfallschirm (Idee wurde später, nach der Zerstörung von 4 Wiesel bei Versuchen nicht weiterverfolgt) abgesetzt werden könnte. Als Bewaffnung wurde entweder eine 20 mm Maschinenkanone oder das HOT Panzerabwehrraketensystem eingeplant. Die folgenden Studien der Firma Porsche führten zu einigen weiteren Veränderungen (z.B. TOW anstelle von HOT), die zusammen mit den bestehenden Vorstellungen die Grundlage für eine offizielle Ausschreibung bildeten. An dieser Ausschreibung nahmen unter anderem die Firma Faun, Rheinstahl und Porsche teil. 1975 erhielt die Firma Porsche den Zuschlag für den Bau von 6 Prototypen (3 TOW und 3 MK) des Wiesels. Die ersten Testläufe mit diesen Fahrzeugen fanden ab Ende 1976 statt. Im Sommer 1979 kam das Projekt wegen fehlender finanzieller Mittel zunächst zum erliegen.

Doch bereits 1984 wurde die Suche nach einem Waffenträger durch die Bundeswehr erneut aufgenommen. Günstig war, dass Porsche/MaK das Projekt in der Zwischenzeit auf privater Basis weitergeführt hatten. Nach umfangreichen Tests zwischen mehreren Modellen und zahlreichen Änderungen der Anforderungen wurde 1989 schließlich das Fahrzeug von MaK (mit Porsche, heute Rheinmetall Landsysteme) für den Truppendienst ausgewählt. Zwischen 1990 und 1992 wurden 133 Wiesel MK und 210 Wiesel TOW produziert und an die Fallschirmjäger des Heeres ausgeliefert. Mit der Umstrukturierung der Bundeswehr und der einhergehenden Verkleinerung der Fallschirmjägertruppe kam der Wiesel 1 auch in die schweren Kompanien der Jäger und Gebirgsjäger.

Mit Tarnnetz und Ästen getarnter Wiesel 1 TOW © Bundeswehr.de 1993 wurde der Wiesel 1 erstmals bei einem Auslandseinsatz eingesetzt. Seit diesem UNOSOM genannten Einsatz in Somalia hat sich der Wiesel 1 bei zahlreichen Friedenmissionen mit deutscher Beteiligung bewährt. So wurde bzw. wird der Wiesel 1 beispielsweise in Bosnien-Herzegowina (SFOR), im Kosovo-Konflikt (KFOR) und in Afghanistan (ISAF) verwendet.

Das der Wiesel noch nicht veraltet ist zeigt die Entwicklung eines leichten Aufklärungsfahrzeuges auf der Plattform des Wiesel 1 TOW, obwohl sich der Nachfolger Wiesel 2 bereits in der Entwicklung befand. Dieser Aufklärer wurde im Sommer 2001 zu Versuchs- und Erprobungszwecken an die Truppe übergeben.

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