Wiesel 2
Rheinmetall
Allgemeines
Die neuste Generation des Wiesel Fahrzeugkonzepts stellt der Wiesel 2 dar. Es handelt sich um eine noch flexiblere und leistungsfähigere Plattform als beim Wiesel 1. Durch eine Vergrößerung
des Fahrzeuges kann der Wiesel 2 ein noch größeres Aufgabenspektrum wahrnehmen und ist damit mehr als zuvor für die heutigen mobilen Einsatzverbände wie die Krisenreaktionskräfte (KRK) geeignet.
Entwicklung
Da der Waffenträger Wiesel 1 sich von Anfang an als durchdachtes und bewährtes Konzept mit vielerlei Vorteilen erwiesen hat, blieb eine weitere Entwicklung in diese Richtung nicht aus. Bereits
Anfang der 90er machte man sich bei MaK (ab Ende 2000 bei Rheinmetall Landsysteme) Gedanken darüber wie man den Wiesel noch vielseitiger gestalten könnte ohne das die Lufttransportfähigkeit verloren geht. Zusammen mit Ideen und ersten Bedürfnismeldungen (z.B. Verwundetentransporter,
Führungsfahrzeug, Munitionstransporter) aus den Streitkräften
konnte bis 1994 ein erster Prototyp der Wiesel 2 Basisversion hergestellt werden. Auch dieses Projekt wurde ohne offiziellen Auftrag auf eigene Kosten realisiert.
Ebenfalls Anfang der 90er Jahre wurde deutlich, dass die im Ausland operierenden Krisenreaktionskräfte nur über ungenügende Luftabwehrkapazitäten verfügten. Die bestehenden Systeme waren aufgrund verschiedener Merkmale
nicht für eine derartige Verwendung, bei der es auf Mobilität und Transportfähigkeit ankommt, geeignet. 1992 begann die Firma STN ATLAS (später mit KMW) ohne offiziellen Auftrag ein entsprechendes Leichtes Flugabwehrsystem (LeFlaSys) zu entwickeln.
Um der Rolle des Trägerfahrzeugs gerecht zu werden wurde der Wiesel 2 von Rheinmetall entsprechend verändert. Bereits 1996 wurden erste Truppenversuchsmuster des LeFlaSys an die Truppe ausgeliefert und ausgiebig getestet. 2 Jahre später, also 1998, wurde das System zur Beschaffung freigegeben.
Die Auslieferung der drei verschiedenen Einheiten (ca. 50 x Ozelot, 10 x AAF, 7 x UF/BF) des LeFlaSys auf Wiesel 2 Basis sollte zwischen 2000 und 2003 stattfinden. Wegen technischer Probleme konnte die Auslieferung jedoch erst im Juni 2001 beginnen.
Das nächste Fahrzeug auf Wiesel 2 Basis, an dem die Bundeswehr Interesse zeigte, war das Sanitätsfahrzeug WIESEL 2. Nach einer Erprobung wurde im September 2001 die Beschaffung von 15 SanTrp Wiesel 2 mit einer Option auf weitere 5 Fahrzeuge beschlossen. Die Auslieferung der
Fahrzeuge begann 2002 und soll im Jahr 2003 abgeschlossen werden.
Das dritte System auf Basis des Wiesel 2, der WIESEL 2 Pionier-Erkundungstrupp, wurde im März 2001 zu Erprobungszwecken an die Truppe geliefert. Dieses Muster soll nach erfolgreicher Erprobung durch die Luftlande-Pionierkompanie 270 und das Gebirgsjägerbataillon 231 an die Truppe ausgeliefert werden.
Der ebenfalls getestete Wiesel 2 Gefechtsstandtrupp soll frühestens 2003 an KRK Divisionen ausgeliefert werden um die verherrenden Rückstände auf diesem Sektor auszugleichen. Eine weitere Ausstattung anderer Truppenteile ist laut Bundeswehrbeschaffungsplänen ab 2005 vorgesehen.
Da seit langem auch die Forderungen nach einer mobilen, lufttransportablen 120 mm Mörserwaffe bestand, wurde durch Rheinmetall auch hier ein eigenfinanziertes Konzept entwickelt. 1998/99 gelang es Rheinmetall durch Bau eines Demonstrators die Realisierbarkeit des Projektes zu beweisen.
Dies führte Mitte 2002 zur Unterzeichnung eines Vertrages zur Lieferung von zwei Versuchsmustern des Leichten Panzermörsers 120 mm an die Bundeswehr mit Liefertermin bis Anfang 2004. Eine Einführung soll laut Bundeswehrplanungen jedoch nicht vor 2006 geschehen. Weiteres Interesse an anderen Versionen des Wiesel 2 wird sicher folgen.
|