Vietnamkrieg
1957-1975
Während den Genfer Konferenzen wurden für das Jahr 1956 Neuwahlen für ganz Vietnam festgelegt. Doch diese Wahlen wurden von der Regierung Süd-Vietnams, die von den Vereinigten Staaten unterstützt wurden, abgelehnt.
Die Gründe für diese Ablehnung liegen klar auf der Hand, die südvietnamesische Regierung hätte unter keinen Umständen realistische Aussichten auf einen Wahlerfolg gegen die, in der Zivilbevölkerung äußerst beliebte,
nordvietnamesische Regierung gehabt. Aus diesem Grund wurde die fadenscheinige Begründung abgegeben, dass eine Wahl solange nicht möglich sein, wie im Norden die Meinungsfreiheit der Bevölkerung unterdrückt würde.
Die USA unterstützten die Republik Vietnam ab diesem Zeitpunkt zunehmend mit militärischen Beratern. Ziel war es die Streitkräfte neu zu formen und aus ihnen eine schlagkräftige Armee zu bilden. Dies war von Nöten weil
die Regierung in der Bevölkerung nicht sonderlich beliebt war und man so die Machtposition stärken wollte.
1957-1961
1957 kam es zum offenen Ausbruch der angestauten Aggressionen gegen die Regierung Südvietnams. Der Vietcong, eine kommunistisch organisierte Organisation in Südvietnam (ausgeschrieben: Vietnam Cong San), begann Guerillaartige
Attacken gegen Einrichtungen und Angehörige der Regierung Südvietnams durchzuführen. Auch Militäreinrichtungen der Verbündeten Amerikaner blieben von solchen Angriffen nicht verschont. Sämtliche Reaktionen Ngo Dinh Diems, der seit 1954 die Republik Vietnam im Süden anführte,
erfüllten nicht den gewünschten Zweck zur Eindämmung der Aufstände. Statt dessen spielte er dem Vietcong durch Unterdrückung von Minderheiten und erzwungene Umsiedlungsprojekte ständig neue Anhänger zu. Im Laufe der Zeit wurden immer mehr der sogenannten "Hit and Run" Aktionen,
bei denen die Vietcongs in überraschenden Momenten kurz und heftig zuschlugen und sich darauf wieder in den undurchdringlichen Dschungel zurückzogen, durchgeführt.
Mit jedem Monat nahmen die Spannungen zu, weil Diem es schaffte sich in der Bevölkerung immer unbeliebter zu machen.
Einerseits unterdrückte er die Minderheiten, nahm den Bauern ihr Land wegen angeblich fehlender Loyalität weg und deportierte Regiemegegner in Lager entlang der Grenzen. Diese Entwicklung wurde auch durch die am 26. Oktober 1956 erlassene Verfassung Südvietnams verdeutlichen. In dieser wurden Diem alle wesentlichen
Befugnisse zugesprochen um das Land, auch gegen den Willen der Nationalversammlung, zu regieren. Aus diesen und vielen anderen Gründen bot sich vielen Südvietnamesen nur die Gelegenheit in den im Aufschwung befindlichen und gegenüber Minderheiten toleranten Norden zu fliehen oder
sich eben dem Vietcong anzuschließen um die Regierung zu stürzen.
Die Situation in Südvietnam sollte sich noch verschlechtern als die Regierung Nordvietnams den Vietcong auf dem 3. Parteitag offiziell Hilfe zusagt. Ab diesem Moment wurden die ohnehin schon durchgeführten Nachschublieferungen entlang des Ho-Chi-Minh-Pfades verstärkt und sogar um Truppen erweitert. Im Jahr 1960
wurden etwa 3000 Soldaten zur Unterstützung des Vietcong nach Südvietnam gebracht, während es 1961 bereits ca. 10000 Soldaten waren. Begünstigt durch die instabile Lage in Südvietnam konnte der Vietcong mit Hilfe dieses Nachschubes enorme Erfolge verbuchen und die südvietnamesischen Streitkräfte zum Rückzug zwingen.
Die Situation verschlechtert sich weiter mit der Organisation des politischen Widerstandes in der Front National de Liberation du Vietnam du Sud (FNL), die sich aus ca. 20 kommunistischen und bürgerlichen Parteien zusammensetzte.
Trotz allem standen die USA hinter der politischen Führung Südvietnams und unterstützten diese weiter. Neben dem Abschluss wirtschaftlicher Verträge und finanzieller Unterstützung wurden vor allem Militärberater nach Südvietnam entsendet. Während die Anzahl dieser Berater im Jahr 1960 noch bei knapp 1000 lag, steigert sich die
Anzahl dieser parallel mit der Verschlechterung der Situation in Südvietnam. 1961 waren es 3200, 1962 - 11300, 1963 - 16300 und 1964 bereits 23,300. Diese Soldaten hatte die Aufgabe die südvietnamesischen Streitkräfte auszubilden und sie im Kampf gegen den Vietcong zu beratschlagen.
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