Vietnamkrieg
1957-1975
Trotz, oder gerade wegen der Unterstützung durch die USA nahmen die Aktionen gegen Diems Regierung zu. Den harmloseren Teil dieser
Aktionen bildeten Rufe von Kritikern nach grundlegenden Reformen und zahlreiche, blutig niedergeschlagene, Demonstrationen. Schwerwiegender
waren die häufigen Putschversuche durch die Gegner der Regierung. Nicht nur der Vietcong, sondern auch eigne, unzufriedene Militäreinheiten unternahmen solche Umsturzversuche, wie der
gescheiterte Putschversuch einer Fallschirmbrigade im November 1960 beweist.
- Operation Ranch Hand überspringen
Mitte 1961 sollte der Grundstein für die erste große amerikanische Unterstützungsoperation "Operation Ranch Hand" gelegt werden. Der Kampf gegen den Vietcong erwies sich auch mit Ausbildung durch die Amerikaner
als äußerste schwierig, da sich die Vietcongkämpfer immer im Schutze des Dschungels aufhielten und bewegten. Dieser bat dem Vietcong durch das natürliche, kaum durchdringbare bzw. einsehbare Dickicht optimalen Schutz vor jeglichen Angriffen.
Da lag der Wunsch mancher Strategen des US Militärs bzw. des südvietnamesischen Heeres nach einer Möglichkeit dem Gegner diese Deckung zu nehmen nicht fern. Es dauerte nicht lange bis der nach dem II. Weltkrieg gegründete Special Aerial Spray Flight (SASF),
der ursprünglich für die Schädlingsbekämpfung ins Leben gerufen wurde, in Gespräch kam. Man spielte mit dem Gedanken diverse Entlaubungsmittel und Herbizide einzusetzen um kritische Punkte, z.B. in der Umgebung von US Basen zu entlauben.
Bereits im August 1961 konnten erste Tests auf von Diem vorgegebenen Routen in Südvietnam durchgeführt werden. Für diese Flüge, die von der südvietnamesischen Luftwaffe geführt wurden, standen lediglich H-34 Helikopter und C-47 Flugzeuge zur Verfügung.
Diem war mit den Testergebnissen äußerst zufrieden und bat um eine Fortführung bzw. den Ausbau dieser Aktion zu einer langfristigen Operation. Zum gleichen Zeitpunkt wurde erstmalig in Erwägung gezogen, die Sprühflugzeuge auch gegen im Vietconggebiet
befindliche Reisfelder einzusetzen um so die Versorgung des Vietcong zu erschweren.
Am 30. November 1961 erfolgte durch Kennedy die prinzipielle Erlaubnis Herbizide dieser Art zu Entlaubungszwecken in Vietnam zu nutzen. Die Umsetzung des Projekts sollte nicht lang auf sich warten lassen und bereits im Dezember waren die ersten 6 Fairchild C-123 Flugzeuge
auf dem Weg zu den Phillipinen. Dort sollte der anstehende Einsatz in Vietnam vorbereiteten werden.
Im Januar 1962 kam es zu den ersten Testeinsätzen in Südvietnam die den Anfang einer bis 1971 dauernden Operation darstellen sollten. Bereits drei Tage später am 13. Januar 1962 wurde der erste offizielle Einsatz entlang der "Route 15" geflogen. Diese ersten Einsätze dienten
vor allem dem Erproben von Taktiken. Man suchte nach der besten Möglichkeit einen solchen Sprühflug zu unternehmen ohne ein zu großes Risiko einzugehen. Ein normaler Anflug zu einem Entlaubungseinsatz sah in etwa so aus: Das Sprühflugzeug nähert sich in einer sicheren Höhe von etwa 1000 m dem Einsatzgebiet.
Auf einer auf der Karte markierten Stelle setzte der Pilot zu einem sehr raschen Abstieg an, der das Flugzeug innerhalb kürzester Zeit auf die Einsatzhöhe von knapp 50 m brachte. An diesem Punkte stellte die Besatzung die Sprühtechnik für insgesamt 4 1/2 Minuten an. Innerhalb dieser Zeit konnte im Idealfall ein
Gebiet von 14 Kilometer Länge und 80 m Breite besprüht werden.
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