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Colt

M16 Familie


Südvietnamesische Ranger mit M16A1 Gewehren bei der Verteidigung Saigon während der TET Offensive 1968. © US Army Diese, zunächst auf die USAF beschränkte, Entwicklung blieb an anderer Stelle jedoch nicht unbemerkt. Anfang 1961 wurde die ARPA (Advanced Research Project Agency), eine Forschungsinstutition des Verteidigungsministeriums, auf die Entwicklung Colts aufmerksam. Colt gelang es die ARPA von seinem Produkt zu überzeugen, so dass die APRA im Sommer 4000 AR-15 anforderte, die im Rahmen der Operation AGILE innerhalb der südvietnamesischen Streitkräfte unter Einsatzbedingungen getestet werden sollten. Tatsächlich erhielten sie Ende des Jahres 1961 die Bewilligung zur Beschaffung von 1000 AR-15 samt Zubehör und Munition. Die im Sommer 1962 begonnenen Tests führten zu einem erstaunlichen Ergebnis. Das AR-15 wurde als am besten für den in Vietnam auftretenden Konflikt geeignet bezeichnet. Dazu wurde erwähnt, dass sich das Gewehr optimal für südvietnamesische Soldaten eigne, das es sehr leicht wäre und über einen geringen Rückstoß verfüge. Dazu kamen zahlreiche mehr oder weniger glaubhafte Berichte über die effektive Wirkung des neuen .223 Kalibers.

Mit diesem Bericht im Rücken (der eigentlich NUR auf die Anwendung in Vietnam bezogen war) begann Colt einen beispiellosen Werbfeldzug für das AR-15. Einerseits kritisierte man das M14 bei jeder erdenklichen Möglichkeit, andererseits versuchte man jedem das AR-15 schmackhaft zu machen. Ende 1962 unternahm die Army erneut eigene Untersuchungen, die die beschriebenen Wirkungen des AGILE Berichtes bestätigen sollten. Das Gewehr wurde nun unter der Bezeichnung XM16 getestet. Zwar konnten die überschwenglichen Ergebnisse des AGILE Berichtes nicht voll bestätigt werden, dennoch wurde das AR-15 trotz sehr starker Opposition in geringem Umfang an die Truppen in Südostasien ausgeliefert. Während dessen wurde das XM16 weiter verbessert und deshalb als XM16E1 bezeichnet. Ende 1963 beschloss Verteidigungsminister McNamara den einmaligen Kauf von 85000 AR-15 für die in Vietnam operierenden Spezialverbände wie Army Green Berets, Rangers und Fallschirmjäger, sowie den Kauf von 19.000 Exemplaren für die US Air Force.

Das M16A2 erwies sich als wesentlich unempfindlicher als seine Vorgänger © USMC Doch bei der einmaligen Orderung bleib es nicht. 1964 wurden weitere 35.000, 1965 100.000 Exemplare (Inzwischen als Standardgewehr eingeführt) und 1966 ebenfalls 100.000 Exemplare bestellt. Doch zwischen 1965-67 tauchten vermehrt Berichte darüber auf, dass das Gewehr nicht den Anforderungen entsprach bzw. erhebliche Mängel (siehe Modellbeschreibungen) auftraten, die zusammen mit Fertigungsproblemen und der falschen Ausbildung vielen Soldaten das Leben kosteten. Zwar wurden die Mängel bis 1967 weitestgehend behoben, dennoch wurde durch den Kongress eine Untersuchung eingeleitet, die den Schlampereien und Versäumnissen auf den Grund gehen sollte. Im Endeffekt kam man zu dem Ergebnis, dass das AR-15/M16 ein durchaus brauchbares Sturmgewehr darstellt, welches jedoch kleinere Verbesserungen und vor allem richtiger Anwendung bedarf. Abgeschlossen wurde dieses undurchsichtige Kapitel der AR-15 Geschichte mit der offiziellen Einführung des M16A1 Ende 1967. In diesem Modell waren nun alle baulichen Verbesserungen, die aufgrund der Erfahrungen im Einsatz seit dem XM16E1 hinzugefügt wurden, enthalten. Gleichzeitig wurden die durch mangelnde Ausbildung bzw. Einweisung hervorgerufenen Mängel beseitigt, indem man selbige verbesserte. Seit dem erwies sich das M16 als verhältnismäßig zuverlässiges Waffensystem, welches daraufhin in noch größerem Stil produziert wurde, um das M14 schließlich beinahe vollständig zu ersetzen.

Lizenzversion des M16A2 im Gebrauch beim 45 Commando der Royal Marines Großbritanniens Gegen Ende der 70er Jahre zeigten die M16A1 Sturmgewehre allmählich Verschleißerscheinungen und altersbedingte Mängel. Da kein andere Nachfolger in Sicht war, beschloss man 1978, dass das M16A1 einer kompletten Überarbeitung unterzogen werden sollte. Daraufhin begannen die Arbeiten am M16A1E1. Diese sollten bis Mitte des Jahres 1981 andauern. Daraufhin begannen umfangreiche Erprobungen der quasi neuen Waffe. Als diese im September 1982 erfolgreich abgeschlossen worden sind, wurde das M16A1E1 in M16A2 umbenannt und offiziell vorgestellt. Das USMC führte das M16A2 am 20. November 1982 ein und war damit die erste Teilstreitkraft die dies tat. Auch die US Army folgte 1985 nach einigem Zögern und führte ebenfalls das M16A2 ein. Seit diesem Zeitpunkt wurden bis auf wenige Ausnahmen beinahe alle Truppenteile auf M16A2 Standard gebracht. Die Mitte der 90er entwickelten, fast identischen Modelle M16A3/A4 sind bisher nicht in größerem Umfang eingeführt worden.

Neben den USA gibt es zahlreiche weitere Staaten wie Singapur, Südkorea, welche die verschiedenen AR-15/M-16 Modelle in Lizenz herstellen. So gehört z.B. auch Großbritannien zu den Nutzern des M16, wenn auch nur im geringem Umfang für besondere Truppenteile. Besonders interessant sind diesbezüglich die auf dem AR-15 basierenden Versionen des Herstellers Diemaco. Dieser beliefert unter anderem die kanadischen und dänischen Streitkräfte mit ihrem C7/C8 Sturmgewehren. Es gibt allerdings zahlreiche weitere Kunden wie z.B. die Special Forces Norwegens.


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