Colt
M16 Familie
|
Das M16/AR-15 war das erste Modell der Sturmgewehrfamilie, welches überhaupt an amerikanische Truppen ausgeliefert wurde. Unverkennbar
ist das spezielle AR-15 Design mit charakteristischen Merkmalen wie dem nach vorne schmaler werdenden Handschutz und dem Tragegriff mit Visier.
Die Schulterstütze, der Pistolengriff sowie der Handschutz waren wegen der besseren Widerstandsfähigkeit aus schwarzem Kunststoff gefertigt worden.
Dies brachte jedoch auch Probleme mit sich, da die damals genutzten Kunststoffe qualitativ nicht mit heute verwendeten vergleichbar waren. Dadurch
kam es unter großen Belastungen teilweise zum Bruch des Handschutzes.
|
 |
Bild mit freundlicher Genehmigung von Cybershooters.org |
Das Gehäuse des M16 wurde aus Metall gefertigt. Auf eine Verchromung von wichtigen Bauteilen wie Lauf und Patronenlager wurde aus
Kostengründen verzichtet. Die Fertigung der frühen Modelle erfolgte um ein vielfaches genauer und präziser als bei späteren Modellen.
Unter der zunehmenden Automatisierung und der gebotenen Eile ergaben sich relativ große Fertigungstoleranzen die zu Lasten der Qualität
gingen. Das M16 ist im Unterschied zu herkömmlichen Gewehren wie dem M14 so gebaut, dass Lauf, Gehäuse und Schulterstütze annähernd eine
Linie bilden. Dieses Konstruktionsmerkmal macht die Waffe aufgrund der besseren Kraftverteilung auch im vollautomatischen Betrieb besser
beherrschbar. Auf der linken Seite der Waffe befindet sich der Feuerwahlhebel mit drei Optionen. In der Stellung SAFE ist die Waffe gesichert,
in der Stellung SEMI schießt das M16 Einzelfeuer und in der Position AUTO vollautomatisch. Das kurze Stück Abzugsbügel zwischen Pistolengriff
und Magazinschacht lässt sich für die Benutzung von Winterhandschuhen abklappen. Die Munitionsversorgung erfolgte zunächst über ein gerades, mit
einem waffelähnlichen Muster versehenen, 20 Schuss Magazin aus Stahl. Spätere Magazine wurden aus Aluminium gefertigt um Gewicht einzusparen.
|
Erst gegen Ende des Vietnamkrieges kam es zur allmählichen Einführung des gebogenen 30-Schuss Magazins aus Aluminum. Gezielt
wird beim M16 über ein begrenzt einstellbares Dioptervisier. Es gibt zwei unterschiedliche verbaute Visierarten beim M16 (bzw. M16A1).
Das Standardvisier, wie es auf den meisten Gewehren Verwendung fand, besteht aus höhenverstellbaren Korn vorne und einem hinteren
Visier welches sich durch Umlegen für zwei verschieden Distanzen einstellen lässt. In der ersten Stellung wird das Gewehr auf Distanzen
bis zu 300 m genutzt. Die zweite Einstellungsvariante ist für Entfernungen bis 460 m vorgesehen.
|
Bild mit freundlicher Genehmigung von Cybershooters.org |
Die zweite (später eingeführte?) Visiervariante wurde unter der Bezeichnung Low Level Sight System verbaut. Auf Entfernungen
bis 460 m wird hier ebenfalls ein Diopter mit einem Diopterlochdurchmesser von 2 mm verwendet. Im Gegensatz zum anderen Visier
ist die zweite Visiereinstellung mit Diopterloch mit einem größeren Durchmesser von 7 mm wodurch die Zielauffassung erleichtert
wird. Diese Einstellung ist für den Gebrauch in der Nacht oder auf kurze Entfernungen (Dschungel, bebautes Gelände) vorgesehen.
Zusätzlich befindet sich bei dieser Variante etwas leicht radioaktives Promethium im Korn, wodurch die Nachtschießfähigkeit
verbessert wird.
Es dauerte jedoch nicht lange bis das M16 eklatante Fehler aufwies. Bezeichnend war, dass anfänglich nicht einmal Reinigungssets
hergestellt wurden und höhere Stellen so dazu neigten das M16 als selbstreinigend anzupreisen. Das es dies nicht war, zeigten die
Erfahrungen im Vietnamkrieg. Das Gewehr verschmutzte wegen des offenen Gassystems extrem schnell, so dass sich Lauf und Gasrohr schnell
zusetzten und das Gewehr unbrauchbar machten. Dieser Effekt wurde durch die Wahl eines falschen Schießpulvers noch verstärkt. Dieses
aus Kostengründen gewählte Pulver hinterließ bei der Verbrennung aggressive Rückstände die sich besonders im Gasrohr und an der Mechanik
festsetzten und dadurch die Lebensdauer des M16 herabsetzten. Durch die fehlende Verchromung kam es zu einer erhöhten Anfälligkeit gegenüber
Rost. Besonders heimtückisch war dieser im Patronenlager, wodurch Patronen stecken blieben und nicht ausgezogen werden konnten. Das
Gewehr war damit unbrauchbar und hat so einigen Soldaten das Leben gekostet. Ein weiteres Problem war das Hülsen nicht richtig ausgeworfen
wurden und der Verschluss oftmals nicht vollständig verriegelte.
Ein anderes Problem war der freiliegende Magazinauslöser der so ungünstig lag, dass es aus Versehen häufig zur Auslösung des selbigen
kam. Ein weiteres Problem war der Vollautomatikmodus des M16. Gerade junge, schlecht ausgebildete Schützen neigten dazu bei geringsten
Anzeichen von Gefahr denn Abzug durchzuziehen bis das Magazin leer war. Unterstützt wurde dies durch eine hohe Kadenz von etwa 850-1000
Schuss/Minute, die durch eine zu leichte Verschlussfeder und teils zugesetzte Gasrohres zu Stande kam. Neben der Munitionsverschwendung
verringerte dies auch die Lebenserwartung der mechanischen Teile. Der ungewöhnliche 3-prankige Mündungsfeuer bereitet insofern Probleme
als das er häufig zum Öffnen von Essensrationen genutzt wurde und dadurch leicht verbog. Wenn nun ein Geschoss auf den verbogenen
Mündungsfeuerdämpfer auftraf konnte es zu fatalen Folgen kommen. |