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Heckler & Koch

G36/G36K/G36C/LMG36

Allgemeines

Bei dem G36 handelt es sich wohl um eines der ausgereiftesten Waffensysteme unserer Zeit. Dennoch handelt es sich beim G36 nicht um eine bahnbrechende Innovation, es handelt sich eher um ein technisch stark aufgerüstetes Sturmgewehr, welches momentan wohl zu den Besten der Welt gehört. Um ein solches, hochausgereiftes Produkt zu entwickeln hat Heckler & Koch neue Wege im entwicklungstechnischen Bereich beschritten. So wurden bei dieser Waffe neue Wege in der Technik, sowohl als auch in Bereich der Werkstoffe gegangen.

Entwicklung

H&K G36 - Standartversion wie sie in der Bundeswehr benutzt wird. Anfang der 90er Jahre begann man bei Heckler & Koch mit der Entwicklung eines neuen Waffensystems, welches ein Verbindungsglied zwischen Altbekannten wie dem G3 und Futuristischem wie dem G11 darstellen sollte. Im Jahr 1990 bekam unter anderem Heckler & Koch den Auftrag ein neues Waffen-system für die Bundeswehr zu entwickeln. Ein Rahmen war in sofern gegeben, als das es sich um ein Sturmgewehr handeln sollte welches sehr leicht und fortschrittlich ist, aber dennoch konventionell in der Ausführung. Des weiteren sollte es auch ökonomisch vertretbar sein.
Daraufhin machte sich H&K an die Entwicklung eines solchen Waffensystems und ließ seine umfangreichen Erfahrungen vom HK36 und G11 einfließen. Dennoch handelt es sich um ein vollständig neues Konzept, obwohl z.B. Ähnlichkeiten im Design zum HK36 erkennbar sind. Aus diesem Konzept wurde nun das HK50, welches die ursprüngliche Bezeichnung war, entwickelt. Im Jahr 1995 entschied sich die Bundeswehr unter mehreren Produkten verschiedener Hersteller für das HK50 als Nachfolgemodell des G3.
Dieses Sturmgewehr wurde im Jahr 1997 unter der bundeswehreigenen Bezeichnung Gewehr 36, kurz G36, eingeführt. Zunächst war es den deutschen Kommando Spezialkräften und deren Unterstützungstruppen vorbehalten. Inzwischen wurde jedoch die Ausrüstung der gesamten Bundeswehr mit dem G36 beschlossen. Dies stellt gleichzeitig eine Umstellung auf die derzeitige Standardmunition der NATO vom Typ .233 (5.56x45mm) dar. Die Ausstattung der im Ausland operierenden Krisenreaktionskräfte (KRK) ist seit einiger Zeit abgeschlossen. Die Versorgung der restlichen Truppenteile der Bundeswehr soll bis 2003 abgeschlossen sein.

Ausstattung

Eines der besonderen Merkmale dieser Waffe ist, dass sie weitestgehend aus Polymer-Verbundwerkstoffen (Werkstoffe, deren Hauptbestandteile synthet. oder durch Umwandlung von Naturstoffen hergestellte, meist organ. Polymere sind.-> Brock Haus Band 12) besteht. Nur einige wenige Teile, die man momentan nicht aus andern Werkstoffen fertigen kann, bestehen aus speziell gefertigten Metallen. Dazu gehören unter anderem Lauf, der hartverchromt ist, Verschlussmechanismus, Gaskolben, Spannfeder und weitere Kleinteile im Inneren der Waffe. Durch die intensive Nutzung von Polymerverbundstoffen ist es den Entwicklern gelungen ein relativ leichtes Sturmgewehr zu entwickeln, welches sich dennoch durch Stabilität auszeichnet. Teilweise haben die Entwickler es sogar etwas übertrieben mit dem Gewicht sparen, so kam es das sie nicht mal einen Hitzeschutz am Lauf einbauten. Deshalb konnte es dazu kommen das es recht ungenehm wurde die Waffe nach einigen hintereinander verschossenen Magazinen ohne Handschuhe zu halten. Dieses Problem wurde durch den Einbau eines Aluminiumschildes in den Handschutz, der darüber hinaus über Lüftungsschlitze verfügt, behoben.
Ein weiterer wichtiger Fakt ist, dass das Gewehr so weitesgehend korrosionsbeständig ist. Selbst das 30 Schuss beinhaltende Magazin wird aus Kunststoff gefertigt und ist ebenfalls äußerst stabil. Des weitern ist es halbtransparent wodurch es dem Schützen ermöglicht wird jederzeit den Munitionstand zu kontrollieren. Außerdem verfügt es über Nocken und Lager wodurch mehrere Magazine zusammengesteckt werden können.
Einziger Kritikpunkt an dieser in Kunststoff gehaltenen Bauweise war bisher die einklappbare Schulterstütze. Es wird vermutet das diese im Falle eines Nahkampfes, wenn sie als Schlagwaffe benutzt wird nicht Stabil genug ist und brechen könnte. Für den Nahkampf kann das G36 jedoch mit einem Bajonett ausgerüstet werden.

Die bisher üblichen Zielvorrichtungen werden beim G36 durch zwei optische Zielvorrichtungen ersetzt. Die eine ist ein Kollimator-Visier welches keine Vergrößerungsfunktion hat, also 1:1 abbildet, und bis auf 200m Entfernung genutzt wird. Dabei zielt der Schütze, bei geöffneten Augenpaar, mit Hilfe eines roten Lichtpunktespunktes der durch einfallendes Sonnenlicht oder durch eine aufschaltbare Batterie künstlich erzeugt wird. Durch ein solches Visier wird die Ersttrefferwahrscheinlichkeit enorm gesteigert. Für größere Distanzen ist ein Visier mit 3 facher Vergrößerung montiert, dem eine enorme Kampfentfernung von max. 800m zugesagt wird. Die beiden Visiere werden von der Hensoldt AG gefertigt.

H&K G36E - Version wie sie von spanischen Streitkräften benutzt wird. Hat nur das 1.5x Exportvisier

Eine zweite Ausstattungsvariante wie sie z.B. von den spanischen Streitkräften bevorzugt wird, hat nur ein Visier mit 1.5x Vergrößerung und eine feste Zielvorrichtung, die in der oberen Kante des Tragegriffs integriert ist. Bei dieser Version handelt es sich um die normale Exportversion, weshalb diese Waffen auch den Zusatz E in ihrer Bezeichnung bekommen. Es handelt sich also z.B. um das G36E.
Alle G36 Modelle haben gemeinsam, dass sich die Visiere innerhalb von Minuten montieren bzw. demontieren lassen. So kann auf ein jedes Modell innerhalb kürzester Zeit ein Hensoldt NSA 80 Restlichtverstärker angebracht werden. Doch so ausgereift diese Visiere auch sind könnten sie gleichzeitig als Schwachpunkt dieser Waffe ausgelegt werden. Den ein jedes optisches Visier ist anfälliger gegenüber äußeren Einflüssen als die bisher üblichen Standvisiere. Da das G36 über kein herkömmliches Zielvisier verfügt, könnte das im Falle eines Defektes dem Schützen zum Verhängnis werden.

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Fragen, Anregungen oder Kritiken an Alexander I.
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