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Royal Ordonance

Die SA-80 Waffenfamilie

Allgemeines

Ein Royal Marine des 40 Commando mit dem SA-80 A1 im Anschlag  © UK MoD SA-80 ist die Bezeichnung für eine revolutionäre Waffefamilie innerhalb der Gruppe der Sturmgewehre - so jedenfalls lautet der Beginn einer offiziellen Beschreibung dieser Waffe. Das L85 ist seit geraumer Zeit Das Standardsturmgewehr der britischen Streitkräfte wo es unter der zu erst genannten Bezeichnung SA-80 geführt wird. Inwiefern diese Aussage jedoch wirklich vertretbar ist bleibt fraglich. Revolutionär ist am SA-80 höchstens die Umsetzung des eher mäßig verbreiteten Bullpup Designs, jedoch nicht die Technik oder Zuverlässigkeit. Ganz im Gegenteil zu der schönenden Beschreibung erarbeitete sich das SA-80 eher den Ruf einer unzuverlässigen Fehlkonstruktion als den eines revolutionären Waffensystems. Wie dringend Verbesserungen nötig waren zeigten zahlreiche Kritiken, die auf den Praxiserfahrungen zahlreicher Soldaten beruhten. Da ist es nicht verwunderlich, dass große Stückzahlen des SA-80 immer wieder modifiziert und verbessert werden mussten. Da diese Maßnahmen jedoch nur mäßigen Erfolg mit sich brachten wurde es nötig konsequentere Schritte einzuleiten. Dementsprechend wurde das SA-80 im großen Stile modernisiert und alle groben Mängel abgestellt. Die so entstandene neue Version SA-80 A2 gehört trotz der zahlreichen Verbesserungen durch den namenhaften deutschen Hersteller Heckler & Koch noch immer nicht zur Spitzenklasse der Sturmgewehre. Man kann aber sagen, dass es den Anschluss dadurch nicht ganz verloren hat.

Entwicklung
Der Anfang

Die Entwicklung des SA-80 Sturmgewehres nahm Anfang der 70er Jahre ihren Lauf. Die Briten suchten zu diesem Zeitpunkt nach einem Nachfolger für ihre Standardwaffe SLR, eine Lizenzversion des belgischen FN FAL mit dem NATO-Kaliber 7,62 x 51 mm. Entsprechend der allgemeinen Entwicklung wollten auch die Briten auf ein "modernes", kleineres Kaliber umschwenken. Deshalb wurde Anfang 1970 bei der Royal Small Arms Factory in Enfield eine vorläufige Studie zu diesem Thema in Auftrag gegeben. Im Januar 1972 wurde diese vorläufige Studie abgeschlossen. Bis zu diesem Augenblick hatte man zahlreiche Möglichkeiten in Betracht gezogen und mit einer Vielzahl an verschiedenen Kalibern experimentiert. Dabei kam man zu dem Ergebnis, dass ein kleines, leistungsfähiges Kaliber in der Größe von etwa 5 mm die beste Wahl für die Zukunft sei. Das neue Kaliber von Anbeginn der Überlegungen für eine zukünftige Standardwaffe IW (Individual Weapon) sowie für eine Nahunterstützungswaffe (LSW Light Support Weapon) geplant. Auf andere, noch unausgereifte und technisch kompliziert umzusetzende Ideen wie beispielsweise hülsenlose Munition verzichtete man dagegen bewusst. Aus diesen Überlegungen entstand noch während der Studie das neue Kaliber 4,85 x 44 mm. Auf Basis dieser Resultate legte man in Form eines General Staff Targets (GST 3518) die Ziele für die anschließende Machbarkeitsstudie fest. Um die Form zu optimieren wurde die Hülse im August 1972 auf 4,85 x 49 mm verlängert. Erste Exemplare dieser Munition fertigten die Ingenieure bei RSAF indem sie Hülsen der amerikanischen 5,56 mm Munition abänderten.

Abbildung des EM2, darunter im zerlegtem Zustand Im Februar 1973 begann ein Entwicklungsteam unter Leitung von Sydney Hance ein passendes Gewehr zu dem neuen Kaliber zu entwickeln. Entsprechend den Spezifikationen griff man auf die Bullpup Bauweise zurück. Das markanteste Merkmal dieser Bauweise ist der Sitz des Magazins und der Technik hinter dem Pistolengriff. Doch dieses Design kam nicht von ungefähr, die Briten experimentierten schon lange Zeit zuvor mit dieser Bauweise. Ende der 40er Jahre entwarf man bei Enfield erstmals eine Waffe die die Vorteile von herkömmlichen Gewehren mit denen von Maschinenpistolen, also Reichweite und hohe Feuerrate, kombinieren sollte. Dennoch sollte die Waffe für den infanteristischen Gebrauch kompakt und handlich sein. Diese Bemühungen endeten in den außergewöhnlich anmutenden Bullpup Waffen Experimental Model 1 (EM1) und EM2 mit dem Kaliber 7 mm. Serienreife erreichten diese Prototypen jedoch nicht, doch das Konzept wurde nun durch Hance wieder aufgegriffen. Für Hance war das nichts Neues, schließlich war er bei der Entwicklung des EM2 als stellvertretender Designer beteiligt. Die Spezifikationen des GST 3518 forderten eine IW mit einer effektiven Bekämpfungsweite von 300 m und eine LSW mit einer Weite von 600 m. Zusätzlich sah man eine eine Zieloptik zu Erhöhung der Ersttrefferwahrscheinlichkeit als erforderlich an. Beide sollten durch ein Standardmagazin versorgt werden. Im Februar begannen die konkreten Arbeiten, sodass bald darauf erste Prototypen im typischen Bullpup Design hergestellt wurden. Parallel dazu wurde nur wenig später die erste bei Radway Green hergestellte 4,85 x 49 mm Munition ausgeliefert.

Die Entwicklung der Prototypen wurde weiter vorangetrieben und kam Anfang 1975 richtig ins Rollen. In dieser Phase wurden neue Prototypen gebaut an denen einige Veränderungen vorgenommen wurden. So verzichtete man auf die zunächst eingebaute 3-Schussautomatik und veränderte Details zugunsten der Ergonomie. Im Juni des darauf folgenden Jahres wurde das Projekt erstmals öffentlich gemacht. Etwa zur gleichen Zeit begannen erste Überlegungen darüber wie man die Zieloptik gestalten sollte. Zum Beginn des Jahres 1977 wurde die dritte Modellreihe von IW und LSW fertig gestellt, die einige neue Modifikationen in sich vereinte. Diese Versionen erhielten die Bezeichnung XL64 IW und XL65 LSW. Darüber hinaus wurde von der IW und der LSW ein Prototyp für Linkshänder entwickelt welche die Bezeichnung XL68 IW und XL69 LSW bekamen.

Erste Rückschläge

In etwa zur gleichen Zeit machte die NATO sich Gedanken über ein neues Kaliber obwohl es gar nicht lange her war, dass das Kaliber 7,62 mm als Standard eingeführt wurde. Grund dafür war, dass die die NATO dominierenden Weltmacht USA zuvor das Kaliber 5,56 x 45 mm als Standardkaliber eingeführt hatte und es nun auch seinen Verbündeten nahe legte. An den anschließenden Tests wurden jedoch auch alternative Kaliber wie das des von H&K gefertigten G11s einbezogen. So trat das von Enfield gebaute XL64E5 IW gegen eine starke Konkurrenz an, zu der unter anderem auch die Sturmgewehre M16, Galil und FAMAS gehörten. Als ob das Kaliber 5,56 mm durch seine starke Lobby nicht ohnehin Vorteile hatte, machte das XL64E5 IW einen schlechten Eindruck. Die Zuverlässigkeit dieser, zugegebener Maßen noch nicht serienreifen Waffe war weit unter dem Durchschnitt. Wegen den Testergebnissen und der scheinbar schon besiegelten Einführung des 5,56 mm Kalibers als NATO Standard (wozu es dann im Oktober 1980 kam) erschien es den Verantwortlichen am vernünftigsten das Projekt auf das neue Kaliber umzustellen. So wurden die Prototypen noch Ende 1979 auf 5,56 x 45 mm umgerüstet und zu XL70 IW und XL73 LSW umbenannt.

Vermutlich ein XL70E3 Prototyp im Kaliber 5,56 x 45 mm

Anfang der 80er Jahre erhielt das ganze Projekt die Bezeichnung "Small Arms for the 1980s" (deshalb SA-80) was eine Einführung der Waffe noch in den 80er ankündigte. Doch bis dahin war es noch ein langer Weg. Das XL70 war noch nicht annähernd serienreif den gerade der schnelle Umbau aufs neue Kaliber brachte zusätzliche Probleme mit sich. Dennoch wurde die Arbeit mit allen Mitteln vorangetrieben.

Im Februar 1981 begann die erste Phase umfangreicher Tests mit den Versionen XL70E3 IW und XL73E2 LSW. Bei beiden wurde zuvor das Gassytem stark umgearbeitet und Kleinigkeiten geändert. Bis Ende 1982 wurde diese erste Testphase abgeschlossen und ausgewertet. Allerdings blieben die Resultate wieder weit hinter den Erwartungen zurück. Die Zuverlässigkeit war wie gehabt schlecht. Außerdem rissen mehrere Verschlußträger und ein Lauf platzte in der Kältekammer der Länge nach vom Patronenlager bis zur Gasentnahme auf. Auch das LSW schneidet schlecht ab und zeigt sich ungeeignet für die Verwendung als Nahunterstützungswaffe. Vor allem die Treffergenauigkeit bei Feuerstößen ließ zu wünschen übrig. Mitte 1983 startete die nächste Testphase um den Entwicklungsprozeß weiter voran zu treiben. Dieser wird im Jahr darauf jedoch mit ähnlich schlechten Resultaten beendet.


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