| | |

news
forum
credits
links
deutsche
amerikanische
britische
französische
russische
israelische
andere...
deutsche ksk
britischer sas
us navy seals
ru speznas
fremdenlegion
mehr...
panzer
flugzeuge
helikopter
schiffe
übersicht...
sturmgewehre
maschinenpistolen
maschinengewehre
handfeuerwaffen
mehr...
afghanistan
mazedonien
bosnien
mehr...
literatur/medien
downloads
mehr...

Royal Ordonance

Die SA-80 Waffenfamilie

Ein britischer Soldat mit einem L85A1 (SA-80 A1) © UK MoD Trotz aller Rückschläge nahte ein möglicher Einführungstermin, der sich durch die Probleme jedoch immer weiter hinauszögerte. Anfang 1984 wurde ein Komitee eingerichtet das feststellen sollte ob das SA-80 zur Einführung bereit wäre. Dieses Komitee kam jedoch ebenfalls zu einem negativen Ergebnis. Vor allem das LSW bereitet den Verantwortlichen Kopfzerbrechen. Das ging sogar so weit, dass eine Genehmigung erteilt wurde alternative Nahunterstützungswaffen mit dem LSW zu vergleichen. Dieser Vergleich wurde im Juni 1984 durch die ITDU (Infantry Training Development Unit - Infanterie Trainings- & Entwicklungseinheit) durchgeführt. Das XL73E2 LSW trat bei diesen Tests gegen das FN Minimi, H&K 13 und das Steyr AUG-HBAR an. Das XL73E2 LSW hatte die gleichen Fehler wie zuvor, aber auch die anderen Kontrahenten erfüllten die Anforderungen aus teils fragwürdigen Gründen nicht. Das FN Minimi und das H&K 13 erfüllten die Genauigkeitskriterien nicht, während man für den Favoriten von Steyr entgegegn den Forderungen ein nicht NATO kompatibles Magazin benötigte. Im Endeffekt entschied man sich dafür weiterhin am LSW festzuhalten und entwickelte die verbesserte Version XL73E3 LSW.

Im ersten Drittel des Jahres 1985 erschienen die erneut verbesserten Versionen XL85E1 und XL86E1, die in etwa den endgültigen Modellen entsprachen. Anschließend wurden erneut Tests durchgeführt die anscheinend besser verliefen als die bisherigen Tests. Jedenfalls erteilte man RSAF im Juni 1985 den ersten Produktionsauftrag über 175.000 Exemplare. Dies bedeutete jedoch nicht, dass der Entwicklungsprozeß abgeschlossen war. Es gab noch zahlreiche bekannte Mängel die es noch abzustellen galt.

Die Einführung

Trotzdem lief die Produktion an. Am 2 Oktober 1985 wurden in Enfield bei einer feierlichen Zeremonie symbolisch die ersten Exemplare des neuen L85 A1 IW und L86 A1 LSW an die britische Truppe übergeben. Doch damit war es noch lange nicht ausgestanden, jetzt kamen neue Probleme zu den schon bekannten dazu. Zuvor waren die Prototypen ausschließlich in Handarbeit von Experten gefertigt worden. Doch nun sollte die Massenproduktion anlaufen um ausreichende Mengen herstellen zu können. Doch mit diesen Fertigungstechniken hatte man bei Enfield bisher keine Erfahrung gemacht wodurch es zu neuen Problemen kam. So wurde z.B. entdeckt, dass es vorkommen konnte das der Abzugsmechanismus des L85A1 beim Runterfallen ausgelöst wurde. Aus diesem Grund wurden die Waffen zurückgerufen und diverse Teile an der Abzugseinrichtung ausgetauscht. Auch die Verlagerung der Produktion von Enfield nach Nottingham in Folge von Privatisierung und der Übernahme von Royal Ordonance durch British Aerospace (BAe) löst die Probleme nicht.

Wachsoldat des Royal Irish Regiment im Camp Coyote. Bewaffnet mit L85 A2 + 40mm Granatwerfer UGL. Irak, 24.02.2003 Im März 1987 wurde dennoch ein Anschlußauftrag über 150.000 weitere Exemplare an Royal Ordonance erteilt. Im Zeitraum zwischen 1988 und 1990 wurde aber auch an Verbesserungen gearbeitet und zahlreiche modifizierte Versionen (XL85E2/XL86E2 bis XL85E5/XL86E5) der SA-80 Familie wurden getestet. Zu einer Generalüberholung, die dringend nötig gewesen wäre, kam es jedoch nicht, stattdessen wurden immer nur einzelne Verbesserungen (meist Kleinteile) in die laufende Produktion eingebracht. Erst im Mai 1990 stellte das MoD ein Upgradepaket vor, das einen verbesserten Abzug, eine überarbeitete Sicherung und zahlreiche neue Kleinteile beinhaltete. Dieses Upgrade konnte bis 1993 dennoch nur bei knapp der Hälfte der ausgelieferten Waffen verbaut werden. Bis zum zweiten Golfkrieg (Desert Storm) 1990-91 waren beinahe alle britischen Einheiten mit dem SA-80 ausgerüstet. Doch unter den im Irak herrschenden Wüstenbedingungen kamen die Konstruktionsfehler besonders zum Vorschein, gelangten nun aber verstärkt in die britische Presse. Erstmals wurde in aller Deutlichkeit an die britische Öffentlichkeit herangetragen, dass es sich beim L85/L86 um eine der unzuverlässigsten Waffen handelt. Im Extremfall würde es britischen Soldaten das Leben kosten. Obwohl nicht nachweisbar ist, dass ein britischer Soldat aufgrund einen solchen Mangels sein Leben verlor war der Aufschrei groß. Verständlich erscheinen auch Geschichten darüber, dass manche Truppenteile während des Krieges lieber auf ihr altes SLR vertrauten oder mit aufgenommenen AK-47 kämpften. Wobei es sich bei letzterem wahrscheinlich eher um eine der sogenannten Urban Legends handelt. Jedenfalls wurde in diesem Zeitraum jedem durch die negativen, teils reißerischen Schlagzeilen bewußt vor Augen geführt, dass das SA-80 eine denkbar schlechte Konstruktion ist. Dessen ungeachtet wurde die SA-80 Familie bis zur Erfüllung der Verträge 1993 weitergebaut. Allein für die Anschaffung bzw. Produktion entstanden dabei Gesamtkosten in der Größenordnung von 360£ Millionen. Die bis 1993 durchgeführten Verbesserungen (es wurden vermutlich mehr als 80 Veränderungen vorgenommen!) kosteten zusätzlich 24£ Millionen.

Die Mängel am SA-80 blieben anderen, außerhalb Großbritanniens, natürlich ebenfalls nicht verborgen. Vor allem die Tatsache, dass das SA-80 speziell für die von Radway Green hergestellte 5,56 mm Munition vorgesehen war, wirkte sich negativ aus. Die Fertigungstoleranzen erwiesen sich als zu gering um problemlos Standard NATO Munition verschießen zu können. Aufgrund dieses und anderer Probleme wurde das SA-80 1997 von der NATO Nominated Weapons List gestrichen.

Soldat mit L85 A1 welches für das brit. Future Integrated Soldier Technology (FIST) Programm modifiziert wurde. © UK MoD Aufgrund dieser langen Liste von Mängeln war es nun endgültig notwendig etwas zu unternehmen. Noch 1997 stellte das britische Verteidigungsministerium (MoD - Ministry of Defence) Überlegungen an wie der Verbesserungsprozeß von statten gehen sollte. Die Wahl fiel auf die deutsche Waffenschmiede Heckler & Koch, die zu diesem Zeitpunkt ein Teil von Royal Ordonance war und somit quasi in britischer Hand lag. 1998 erhielt Heckler & Koch einen Modernisierungsauftrag für 200 Exemplare des L85 A1 und L86 A1. Diese ersten Modelle wurden Anfang 1999 ausgeliefert und unter verschiedenen Bedingungen in Alaska, Kuwait, Brunei und Großbritannien mit den alten Versionen verglichen. Da diese Tests zufrieden stellend verliefen erfolgte im Juni 2000 ein Gesamtauftrag für die Modernisierung von bis zu 200.000 L85/L86 auf den Standard A2. Der Auftrag hatte ein Gesamtvolumen von 92£ Millionen. Im Januar 2001 konnten bereits die ersten L85 A2 zu Testzwecken an die Infantry Training Development Unit (Infanterie Trainings- & Entwicklungseinheit) in Warminster ausgeliefert werden. Mit Abschluß dieser Tests sollte im Dezember 2001 das Infantry Training Centre (ITC - Infanterie Trainings Center) als erste Einheit das SA-80 A2 erhalten. Doch schon wenige Monate vorher verfügte das MoD unabhängig davon über eine Art Vorrat von knapp 10.000 SA-80 A2 (15.000 bis Dezember 2001). So sollte sichergestellt werden, dass das SA-80 im Notfall an Truppenteile ausgeliefert werden könnte, die laut Planung zunächst nicht dafür vorgesehen waren. Als nächstes sollte im Mai 2002 die komplette 3 Commando Brigade ausgestattet werden. Durch Ausstattung kompletter Einheiten auf einen Schlag sollte vermieden werden, dass Teile vom alten und neuen SA-80 vermischt werden und es so zu Problemen kommt. Da Heckler & Koch im Monat nur etwa 3000 (4000 ab Mai 2002) SA-80 überarbeitet dauert der Modernisierungsprozeß seine Zeit. Bis 2006 soll dieser jedoch abgeschloßen sein.

Britischer Panzersoldat beim Test eines SA-80 K © MoD Im Rahmen der Modernisierungsarbeiten am SA-80 kam erneut die Frage nach einer Kurzversion für Panzerbesatzungen auf. In der Vergangenheit war die Entwicklung der der Kurzversionen des SA-80 verworfen worden. Doch die Lösung, dass Panzerbesatzungen eine Kombination aus Standard SA-80 und Browning Pistolen erhielten, erwies sich als nicht zweckmäßig. Das SA-80 ist für diesen Zweck zu sperrig. Deshalb griff man das Konzept einer Kurzversion wieder auf und nutzte diesmal das SA-80 A2 als Basis. Diese neue Kurzversion trägt die (offizielle?) Bezeichnung SA-80 K. Der Umbau von Standard SA-80 zu SA-80 K wird von Heckler & Koch durchgeführt um vorhandene Fertigungs- und Transportkapazitäten zu nutzen. Ein entsprechender Vertrag im Wert von etwa 1£ Million wurde in den vorhandenen Modernisierungsvertrag eingebunden. Insgesamt sollen 1412 Exemplare umgebaut werden, deren Auslieferung bereits 2005 beginnt.


-2/6-

<-Zurück | Übersicht | Weiter->

Fragen, Anregungen oder Kritiken an Alexander I.
All text Copyright © by www.Military-Page.de