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Royal Ordonance

Die SA-80 Waffenfamilie

Versionen

Britischer Fallschirmjäger mit dem SA-80 A1 LSW (L86 A1) © MoD Die wichtigste Version auf Basis des L85 A1 ist die Nahunterstützungswaffe L86 A1 oder auch SA-80 LSW (Light Support Weapon) genannt. Optisch unterscheidet sich das L86 A1 durch seinen kürzeren Kunststoffhandschutz der dafür eine Metallschiene aufweist die bis zum Mündungsfeuerdämpfer reicht. An dieser Schiene ist das einklappbare Zweibein befestigt. Bei früheren Modellen gab es Probleme mit abfallenden Zweibeinen die dank einer überarbeiteten Befestigung inzwischen aber der Vergangenheit angehören. Außerdem fällt auf, dass die Waffe generell länger und schwerer ist. Grund dafür ist die Verwendung eines schwereren und längeren Laufes um ausreichende Haltbarkeit bei Feuerstößen und Präzision für diese Rolle zu gewährleisten. Zusätzlich befindet sich hinter dem Magazin ein Haltegriff.

Eine andere, ebenfalls offiziell in der britischen Armee eingeführte Version wurde aus einer ganz anderen Problematik heraus entwickelt. Bis zu einer entsprechenden Gesetzesänderung im Jahr 1996 war es Rekruten genau wie Zivilisten verboten eine vollautomatische Waffe zu benutzen. Deshalb wurde auf Basis des L85 A1 speziell für Ausbildungszwecke das L98 A1 entwickelt. Hierbei handelt es sich um ein halbautomatisches Gewehr welches sich äußerlich nur durch das Fehlen des Feuerwahlhebels und den größeren Ladehebel unterscheidet. Der Ladehebel wurde zur einfacheren Bedienung weiter nach vorn verlegt und befindet sich nun über dem Griffstück. Er wird entlang einer Schiene bewegt und ist durch eine Verlängerung mit dem Verschluß verbunden. Das Gassystem fehlt bei dieser Waffe komplett. Stattdessen muss für jeden Schuss der Ladehebel nach hinten gezogen und losgelassen werden. Dann wird er durch die Schließfeder nach vorn gedrückt und eine Patrone zugeführt.

Über diese beiden Versionen hinaus gibt es zwei weitere, nicht offiziell eingeführte und lediglich in geringen Stückzahlen hergestellte Modelle. Dabei handelt es sich um zwei gekürzte Versionen des L85 A1. Der SA-80 Carbine wurde vermutlich auf die Bedürfnisse des Südostasiatischen Raumes zugeschnitten. Die Version kann am verbauten L86 Handschutz und am kürzeren Lauf erkannt werden. Die andere, oftmals auch als Carbine bezeichnete Version, hat einen sehr viel kürzeren Lauf und keinen Handschutz. Dafür ist kurz vor dem Griffstück ein zweiter, senkrecht angebrachter Griff für die linke Hand vorhanden. Diese version sollte bei Spezialkräften und Panzerbesatzungen Verwendung finden. Beide versionen wurden jedoch nur in geringen Stückzahlen gebaut und haben sich nicht durchgesezt.

Probleme

Britischer Infanterist im Irak, 21.03.2003  © MoD Die Episode L85 (SA-80) stand von Anfang an unter keinem guten Stern. Von der ersten Stunde an fielen neben dem ungewöhnlichen Design vor allem die zahlreichen Mängel auf. Viele dieser Mängel waren auf kleine Konstruktionsfehler zurückzuführen, die unter Umständen durch ein intensiveres Testverfahren vorab hätten vermieden werden können. Stattdessen wurden diese Fehler meist in einem über Jahre hinziehenden Prozeß während der laufenden Produktion abgestellt. Andere Fehler wiederum konnten klar auf die Produktion zurückgeführt werden.

Doch allein die Gestaltung des Sturmgewehres im Bullpup Design brachte trotz seiner scheinbaren Vorteile (Langer Lauf bei kurzer Gesamtlänge) mehrere Nachteile, meist ergonomischer Art, mit sich. Da diese Probleme nicht technischer Art sind, liegt ihre Beurteilung allein bei der subjektiven Meinung des Schützen. Somit muss sie nicht für alle Bediener des L85 (SA-80) gleichermaßen gelten. Eine Gruppe von Bedienern die von Anfang an benachteiligt worden sind ist die der Linksschützen. Das L85 (SA-80) ist nur für Rechtsschützen ausgelegt. Da die gesamte Mechanik hinter dem Griffstück liegt ist es für einen Linksschützen quasi nicht bedienbar. Einerseits fliegen dem Schützen die verschossenen Hülsen ins Gesicht, was allein schon nicht zumutbar ist. Dazu kommt aber noch, dass sich auch der Spannhebel auf der rechten, also dem Gesicht zugewandten Seite, befindet. Da sich dieser bei jedem Schuss schnell vor und zurück bewegt stellt er ein Verletzungsrisiko dar. Es gibt diesbezüglich auch Berichte von blutigen Lippen und sogar ausgeschlagenen Zähnen. Doch nicht nur für Linksschützen ist diese Konstruktion von Nachteil, auch der Rest wird in seinen Möglichkeiten eingeschränkt. Auch ihnen bietet der Linksanschlag in manchen Situationen wie z.B. im Häuserkampf Vorteile um seine Deckung nicht völlig Preis zu geben. Das L85 (SA-80) weist für ein Sturmgewehr sehr geringe Fertigungstoleranzen auf. Dies macht das Gewehr einerseits zu einer sehr präzisen Waffe. Das macht sich vor allen auf den Schiessständen positiv bemerkbar. Im Gegensatz zum SLR verbesserten sich die Schiessergebnisse der Soldaten nach Einführung des L85 (SA-80) bei weitem. Doch unter widrigen Bedingungen blieb die Zuverlässigkeit der Waffe auf der Strecke und hatte aufgrund ihrer geringen Fertigungstoleranzen häufiger Fehlfunktionen als vergleichbare Sturmgewehre anderer Nationen. Auch der Ladehebel der A1 Version brachte durch seine Form ein Problem mit sich. Ausgeworfene Hülsen prallten in manchen Fällen von dem Ladehebel, der nach dem Schuss wieder in seine vordere Stellung glitt, ab und gelangten so im schlimmsten Fall durch die Auswurföffnung zurück ins System. In einem solchen Fall ist eine Störung der Waffe natürlich unvermeidbar.

Ein weiteres Problem stellten die ursprünglich von Radway Green hergestellten Magazine dar. Die darin eingesetzte Feder war zu schwach, so dass sich die Soldaten gezwungen sahen teilweise nur 26 bis 28 Patronen zu laden. Außerdem konnte die Magazinlippen sehr leicht verformt werden wodurch es zu Zuführstörungen kommen konnte. Aus diesem Grund beschafften die Soldaten sich häufig selbst amerikanische M16 Magazine, deren Qualität besser war. Auch deren Aufnahme, der Magazinschacht ist für einige Probleme verantwortlich. Wie auch der Rest der Waffe ist er aus dünnem Blech gefertigt welches recht anfällig für Stöße sein kann. Ein beschädigter Magazinschacht hat natürlich zur Folge, dass das Magazin nicht oder schlecht eingeführt werden kann.

SA-80 A2
Modifikationen

Zerlegtes SA-80 A2 bzw. L85 A2 © MoD In den Heckler & Koch Werken wurden die Ursachen für zahlreiche Probleme am L85 A1 als auch L86 A1 aufgespürt, so dass deren Beseitigung in Angriff genommen werden konnten. Auf diese Weise wurde die A2 Version entwickelt, in die etliche Verbesserungen einfloßen. Im einzelnen wurden folgende Bauteile modifiziert oder ausgetauscht: Am Verschluß wurden unter anderem der Verschlußkopf überarbeitet, der z.B. eine verbesserte Auszieherkralle erhielt. Der Schlagbolzen erhielt eine neue, leicht konische Form, die bessere Funktion gewährleisten soll, so dass es nicht mehr zum Bruch des Schlagbolzens kommen kann. Auch das Schlagstück (Hahn) wurde verändert indem man den Schwerpunkt so verlegte, wodurch der Schlagbolzen 4 Millisekunden später getroffen wird. Der Spannhebel erhielt eine neue, ergonomischere Form die außerdem sicherstellt, dass keine Hülsen mehr ins System gelangen. Auch am Gassystem wurden Verbesserungen vorgenommen. Die neuen Bauteile haben größere Fertigungstoleranzen um Störungen zu vermeiden, werden aber gleichzeitig aus hochwertigeren Metallen gefertigt um die Haltbarkeit zu erhöhen. Zusätzlich entwickelte Heckler & Koch ein komplett neues Magazin um dieses als Störquelle auszuschließen.


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